Januar 2020

Thomas Lukow berichtet über sein Leben in der DDR

Seit drei Jahrzenten gibt es die DDR nicht mehr – und damit sind Mauer und Stasi, aber auch Trabbi und HO-Läden für heutige Schülerinnen und Schüler weit aus dem Bewusstsein gerückt.

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Was viele Erwachsene noch selbst miterlebt haben, liegt für Jugendliche schon weit zurück und ist Geschichte von gestern: die Teilung Deutschlands und das Nebeneinander zweier unterschiedlicher politischer und gesellschaftlicher Systeme während des Kalten Krieges. Vor allem über die DDR wissen Jugendliche nur wenig – umso wichtiger ist es, ergänzend zum Geschichtsunterricht direkt Zeitzeugen zu finden, die ihre Erfahrungen mit dem System der DDR an die junge Generation weitergeben können.

Thomas Lukow ist so ein Zeitzeuge. Er wurde 1959 in Potsdam geboren und verbrachte seine Kindheit und Jugend in Ostberlin. Mit 18 Jahren trat er aus der „Staatsjugendorganisation“, der Freien Deutschen Jugend (FDJ), aus. Als Konsequenz erhielt er ein Qualifizierungs- und Studienverbot und schlug sich als Kraftfahrer, Rohrleger und Kellner durch. Nach einer privaten Musikausbildung an der Musikschule Berlin-Friedrichhain war er in der Musik- und Kulturszene am Prenzlauer Berg aktiv. Wegen des „Verdachts der versuchten Republikflucht“ war er von 1981 bis 1983 in Bautzen und Hohenschönhausen inhaftiert. 1989 erhielt er mit Ehefrau und Kindern eine Ausreisegenehmigung nach Westberlin. Seit dem Jahr 2000 ist er als Referent für politische Bildung in Gedenkstätten und Stiftungen, ebenso in Schulen in Deutschland und Europa tätig.

In einem 90-minütigen Vortrag erläuterte Herr Lukow mit reichem Faktenwissen und anschaulichen Beispielen unseren 10.-Klässlern die Hintergründe, Zielsetzungen sowie den Aufbau und die Ausformungen des DDR-Sportsystems. So erzählte er vom Sichtungssystem bis zur KJS (Kinder- und Jugendsportschule), von den Sportlern als Diplomaten im Trainingsanzug, von den Leistungsfördernde Mittel und deren Folgen sowie von den Olympiamedaillen und ihren Preis.

Gebannt und konzentriert hörten die Schülerinnen und Schüler dem Referenten zu, der sicher noch weitere zwei Stunden hätte erzählen können.

Die Werner-von-Siemens-Realschule möchte sich herzlich bei der Hanns-Seidel-Stiftung und ihrer Regionalbeauftragten Rosi Hufnagel sowie Herrn Thomas Lukow bedanken, der in überaus spannender Art und Weise seine Vorträge gehalten und die Fragen mit reichlichem Fachwissen aus erster Hand beantwortet hat.

Thomas Gißibl

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